"Der Mensch ist für eine freie Existenz gemacht, und sein innerstes Wesen sehnt sich nach dem Vollkommenen, Ewigen und Unendlichen als seinem Ursprung und Ziel."

(Matthias Claudius, 1740 - 1815, deutscher Dichter)


Gefahren der Wildnis


Wenn ich von meiner Vision - der Freiheit aller Tiere - spreche, dann höre ich öfters das Argument, dass ein Leben in Freiheit für die Wildtiere gefährlich und unbequem sei. Die Wildnis sei ein rauer Ort und bringe den Kampf ums Überleben mit sich. Genauso unvorstellbar also, dass man sich als Mensch so einem Leben aussetzen wollen würde. 

Leben in der Wildnis. Dort wo Wölfe und Bären lauern, um uns zu fressen. Dort wo wir unsere Nahrung jeden Tag aufs Neue aufwendig suchen müssen und wir den Temperaturen ungeschützt ausgesetzt sind.  Doch was, wenn unsere morderne, zivilisierte Welt ebenso gefährlich oder sogar noch gefährlicher ist, als ein Leben draußen in der Wildnis. 


Die Menschen verdrängen, was in ihrem bequemen Leben hinter jeder Ecke auf sie lauert. Da sind all die Giftstoffe, denen wir unbemerkt ausgesetzt sind. Abgase in der Luft, verschmutztes Trinkwasser, Chemikalien, Strahlung, Pestizide, Gefahren im Straßenverkehr, Lärm, Stress, gewaltätige Menschen, Vergewaltigungen, Morde, Kriege, ungesunde Ernährung und diverse Zivilisationskrankheiten. 

An all das haben wir uns gewöhnt. Wir blenden es aus. Wir sind uns der tägliche Gefahren kaum bis gar nicht mehr bewusst. Wir fühlen uns sicher. Wir erkennen nicht, was uns dieses bequeme Leben, abseits der Natur, kostet. Sicherlich weit mehr, als ein Leben in der Wildnis, denn in der Wildnis sind wir im Einklang mit der Natur und mit uns selbst.  

Vielleicht wir des Zeit unsere Perspektive zu wechseln, denn das Leben in der Wildnis stellt für die Wildtiere keine Gefahr dar. Die Gefahr stellt einzig und alleine der Mensch dar, der das Gleichgewicht der Ökosysteme zerstört und eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Und so wird der Mensch für sich selbst und auch für alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten der gefährlichste Feind. 


Frei Sein - Ich Sein


Viel zu lange schon wollte ich einfach immer nur weg. An einen anderen Ort. Ein anderes Leben führen. Mehr von der Welt sehen. Mehr erleben. Aktiv sein. Doch ganz allmählich beginne ich zu spüren, wo ich eigentlich schon die ganze Zeit hinkommen wollte.  

Hin zu mir selbst. Ankommen an dem Ort, an dem ich gerade bin. Zu erkennen, dass es genau das ist, was ich brauche. 
Das Ruhige. Das Langsame. Das Einfache. Tempo rausnehmen. 


Die Entscheidung der letzten Wochen zeigen ihre Wirkung bei mir. Nicht mehr Arbeiten gehen. Kein Auto mehr haben. Mit dem Fahrrad in den nächsten Ort zum Einkaufen fahren. Die Strecke durch den Wald und am See entlang. In das kleine, beschauliche Städchen, das mir alles bietet, was ich brauche. Der alternative Unverpacktladen. Der überschauliche Supermarkt. Der kleine, irgendwie romatische Buchladen. Der Secondhand-Klamotten laden. Das Café mit dem süßen Namen. 

Immer häufiger breitet sich ein Lächeln auf meinem Gesicht aus. Ich nehme ein leises Gefühl von Glück in mir wahr. Ich erkenne, dass die Entscheidungen, die ich inzwischen treffe, die Richtigen für mich sind. Sie fühlen sich ganz nach mir an. 

Es geht in meinem Leben nun nicht mehr darum jeden Tag ein neues, großes Abenteuer erleben zu wollen. Es geht um die kleinen, unaufdringlichen Momente des Alltags. Um das Ankommen. Bei mir selbst. Darum ein unaufgeregtes Leben zu führen. Für den jetzigen Moment oder vielleicht auch für immer. Wer weiß das schon? Ich lasse  mich vertrauensvoll von meiner inneren Stimme und vom Leben führen.